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Premierenbericht 2011

Hatten wir im Oktober 2010 noch gejammert wie lange es noch bis zur Premiere ist, dann muss man jetzt sagen, dass die Zeit wirklich sehr schnell vergangen ist und nun die Premiere bereits hinter uns liegt. LEIDER !!! Was waren das für aufregende Stunden, bis nun endlich der Vorhang aufgegangen ist? So richtig kann ich es noch gar nicht fassen, dass wir nach 4 1/2 Jahren nun endlich unser Musical wieder sehen sollten. Ich für meinen Teil war genauso aufgeregt wie die Künstler auf der Bühne, jedoch brauchte ich mir keinen Text merken. Aber beginnen wir erst einmal von vorn...
Am Donnerstag, den 7. Juli 2011 kamen wir gegen 17.30 Uhr in Kempten an und wir checkten in unserem Hotel ein. Im Eingangsbereich des Hotels wurden wir bereits vom Plakat zu unserem Musical willkommen geheißen. Wir wussten also, dass wir in der richtigen Stadt angekommen waren. Nach einem gemeinsamen Abendessen mit weiteren Fans begaben wir uns dann gegen 19.15 Uhr in Richtung BigBox. Dort angekommen hatten wir den Eindruck, dass irgendwas Besonderes stattfinden muss, denn es waren so viele Leute davor und darin und ich kam aus dem Staunen nicht mehr raus, als auf einmal so viele Leute um mich herum standen und mich begrüssten. Dabei war ich doch gar nicht der Star des Abends, aber es hat mir viel Freude bereitet die Fans des Musicals zu begrüssen und wenn ich mir das immer so überlege von wo die Fans angereist kommen, dann müssen wir alle schon ein bisschen verrückt sein. Aber so sind nun mal WIR Fans...

Aus diesem Grunde auch von mir noch mal ein Herzliches Dankeschön für euer Kommen!

In der BigBox selbst waren auch einige Prominente anwesend. Hier seien nur ein paar Wenige genannt. Michael Holm, Konstantin Wecker, Michaela Schaffrath, Alexander Hold und auch der Ostallgäuer Landrat Johann Fleschhut. Gegen 20 Uhr hob sich dann der Vorhang zu UNSEREM Musical. Ich möchte jetzt nicht so sehr auf jede einzelne Szene eingehen, denn zum einen soll auch für die Fans, die das Musical jetzt noch nicht erleben durften die Spannung erhalten bleiben und zum anderen möchte ich nur versuchen, meine eigenen Eindrücke vom Musical darzustellen. Wichtig ist auch an dieser Stelle zu bemerken, dass man sich von dem Gedanken trennen muss, dass in Kempten das Musical aus Füssen aufgeführt wird. Wir sprechen hier von der Kemptener Fassung und es war von vorn herein klar, dass wir nicht DAS zu sehen bekommen, was wir in Füssen kennen gelernt haben.
Der Focus im Musical wurde diesmal nicht nur auf den König Ludwig II. gerichtet, sondern viel mehr standen Herzogin Sophie, Sibylle Meilhaus, Dr. Gudden und der kleine Prinz Ludwig im Vordergrund. Das Musical wurde nicht als Rückblende erzählt, sondern begann mit der Kindheit des jungen Königs, welcher von Frederic Schissler gespielt wurde. Der Krach im Hause Wittelsbach lies natürlich nicht lange auf sich warten und so kam es, dass sich Marie von Preußen (Stefanie Kock) und König Maximilian (Norbert Lamla) entsprechend in den Haaren lagen. Interessant war, dass die Dialoge vertauscht wurden, was der ganzen Szene eine ganz besondere Note gab. Die Anspielung auf das Herz von Max, dass er sich nicht aufregen sollte, war natürlich der Übergang zum Ableben des Königs.
Im anschließenden Gespräch mit Prinz Ludwig sang Suzan Zeichner das Lied “Mein Ritter”, welches auch eine Änderung des Textes erfahren hat. So war es nicht das Schloss der Zukunft, welches gebaut werden sollte, sondern ein Schloss des Friedens. Die anschließende Krönungsszene war ähnlich der Szene, die wir aus dem Festspielhaus in Füssen kennen, jedoch in meinen Augen war sie verkürzt worden. Die nächste Szene wurde dann in einem Biergarten gespielt, und dazu marschierte eine Allgäuer Blaskapelle in den Saal, welche auch vom Publikum mit Applaus bedacht wurde. Die dazugehörige Tanzszene war als Schuhplattler von den Künstlern einstudiert worden und wurde ebenfalls gut umgesetzt.
Bereits nach der Krönung machte sich der erste Widerstand der Verschwörer bemerkbar. Bei einem ersten konspirativen Treffen trafen sich Gudden (Norbert Lamla), Kaspar (William Cohn), Rettenberg (Thorsten Kugler) und Freiherr von Lutz (Alexander Kerbst). Diese Szene wurde leider etwas anrüchig begonnen und hat mir persönlich nicht gefallen. Dafür war die Szene auf der Roseninsel mit Sisi (Michaela Kovarikova) umso ergreifender, obwohl man hier auch den Stift angesetzt und den Text verändert hat. Aus dem Lied “Rosenkavaliere” wurde “Rosen ohne Dornen”. Diese Änderung hat in meinen Augen dem Lied absolut nicht geschadet und verstärkten bei mir noch die Gefühle zu diesem Lied. In ihm erkennt Sisi, dass man aus den Kinderschuhen heraus gewachsen ist und man beginnt sein eigenes Leben zu führen, welches mit Liebe einhergeht. Das Lied “In Palästen geboren” ist uns aus Füssen bereits bekannt und wurde im anschließenden Dialog dramaturgisch neu in Szene gesetzt. Was an dieser Szene anders ist, solltet ihr euch selbst anschauen...
Ludwig muss einsehen, dass es zu Sisi “nur” eine Seelenverwandtschaft gibt und daraufhin singt er das Lied “Das Herz so schwer”. In seinem Selbstmitleid erscheint anstelle des ehemaligen Engels nun der kleine Prinz Ludwig und erinnert ihn an sein Versprechen, seine ganze Kraft in den Dienst der Architektur und der Musik zu stellen. Er verspricht dem kleinen Ludwig dies zu tun und das Versprechen wird vom Volke freudig entgegen genommen und es will ihn dabei unterstützen. Bei dieser Szene, und das gebe ich gern zu, sind bei mir die ersten Tränen geflossen, da dies sehr emotional rüber kam und wirklich gut in Szene gesetzt wurde. Hier waren die Mimik und die Gestik Aussage genug und es bedarf keiner grossen Worte. Bei seinem Versprechen wurde der König vom Chor unterstützt und mit diesem Finale ging es in die Pause.
Schon nach dem 1. Akt kam es zu grossen Diskussionen im Foyer der BigBox, die von Begeisterung bis hin zur Ablehnung des Stückes gingen. Nun sollten wir uns aber den 2. Akt ansehen und schauen, wie es weiter geht.
Der 2. Akt begann mit der Kriegserklärung gegen Frankreich, welche von Freiherrn von Lutz eingefordert wurde. Lutz musste in den Vorzimmern des Schlosses auf seine Audienz warten. Insider von Swinging Ludwig haben bei dieser Szene an den Auftritt von Alexander Kerbst als Mr. Bean gedacht. Sein komödiantisches Können hätte an der Stelle noch weiter ausgebaut werden können, hätte aber wahrscheinlich nicht in das Stück gepasst. Dies wurde mir auch von anderen Gästen bestätigt. Die Szene fand ich persönlich lustig und auflockernd. Auf eindringliche Bitte des Freiherrn von Lutz unterschrieb Ludwig die Kriegserklärung widerwillig und schickte damit seinen Bruder in den Krieg gegen Frankreich. Graf von Dürckheim sollte auf Otto aufpassen, jedoch konnte er nicht verhindern, dass Otto verletzt aus dem Krieg zurückkehrt.
Die Kriegsszene wurde diesmal als Monolog eines Soldaten abgehalten und war für meine Begriffe von großer Aussagekraft, denn auch in der heutigen Zeit gibt es bei Krieg immer nur Verlierer. Unterstützt wurde diese Szene von Projektionen eines Totenschädels auf den großen Leinwänden bzw. den verschiebbaren Bühnenaufbauten. Diese Szene hatte auch entsprechenden anerkennenden Beifall erhalten.
Prinz Otto (Martin Markert), der als psychisch kranker Mann zurückkehrte, wurde in der Klinik von Dr. Gudden eingewiesen und behandelt. Martin Markert spielte den Otto sehr gut und diese Rolle war entsprechend schwer zu spielen, was Martin aber mit Bravour gemeistert hat. Ein großes Kompliment an dieser Stelle an Martin!
In seiner Hilflosigkeit und Ohnmacht, kann Ludwig seinem Bruder nicht helfen und verfällt wieder in sein Selbstmitleid und in seine Verzweiflung. Erst durch den kleinen Prinz Ludwig wird er wieder aufgerichtet und plant nun das Schloss der Zukunft. Durch seine Pläne zum Schlossbau von Neuschwanstein verstärkt sich der Widerstand der Verschwörer und so kommt es zur 2. Verschwörerszene, die durch Kaspar, Lutz, Rettenberg und im Beisein von Dr. Gudden abgehalten wird. Im Hintergrund steht jedoch König Ludwig auf der Bühne und bekommt mit, was passieren soll. Unbeirrt von diesen Ereignissen gehen die Bauarbeiten weiter und somit tritt der Bauarbeiterchor des Musicals auf.
An der Stelle muss ich gestehen, dass die Szene für mich zu modern umgesetzt wurde. Orangefarbene Overalls, Bauhelme und Schubkarren passten irgendwie nicht in diese Zeitepoche. Das liegt aber alles im Auge des Betrachters und soll nur meine eigene Meinung darstellen.
Ludwig präsentiert seinem Freund Dürckheim sein Schloss und sie singen gemeinsam das Lied „Freundschaft“. Weiter ging es mit einer Szene zwischen Kaspar und Rettenberg, bei der das Gewehr des Schattenmannes präsentiert wurde. Philippe Ducloux, als Schattenmann, nahm das Gewehr in seinen Besitz und damit war dies eine weitere Requisite für den Verlauf des Musicals.
Die Arie des Schattenmannes wurde von ihm in einer eindrucksvollen Version gesungen. Die kräftige und vor allem neue Stimme wurde im Musical wohlwollend mit Beifall bedacht. Auf eine Szene des Musicals möchte ich aber noch eingehen, und das ist im Prinzip die vorletzte Szene vor dem Finale. Ludwig wurde arretiert und nach Schloss Berg gebracht. In einem sehr beeindruckenden und vorwurfsvollen Dialog wird das Gewissen von Dr. Gudden schwer belastet. Dr. Gudden wirft sich Ludwig an den Hals und fleht ihn an, ihn bei der Behandlung zu unterstützen. Ludwig fühlt sich angegriffen und stößt Dr. Gudden von sich, wodurch er zu Boden fällt. Das Lied „Geliebte Berge“ wird erst hier gesungen, nachdem der König erkennen muss, dass es für ihn keinen Ausweg mehr aus der Situation gibt. Ludwig hilft Dr. Gudden wieder auf die Beine und sie begeben sich auf den Weg im Park von Berg. Der Schattenmann betritt wieder die Bühne und folgt Ludwig und Dr. Gudden. Es fallen 2 Schüsse und das Finale des Musicals wird eingeleitet.
Standing Ovations und Beifallstürme bei der Vorstellung der Künstler waren danach zu vernehmen. Ich habe persönlich die Anzahl der Vorhänge nicht gezählt, jedoch war es eine Freude in die glücklichen Gesichter der Cast zu schauen! Ich glaube, allen ist ein großer Stein vom Herzen gefallen und sie waren glücklich, dass die Premiere so toll verlaufen war.
Das sollen in groben Zügen meine Eindrücke von der Premiere des Musicals sein. Wichtig wäre an der Stelle auch noch zu bemerken, dass die Handlung nach wie vor in sich schlüssig ist. Es fällt am Anfang etwas schwer, sich an die neue Inszenierung zu gewöhnen, da man immer noch die Dialoge und auch die Lieder aus dem Füssener Musical im Kopf hat. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass die Künstler bei den Proben immer wieder mal den alten Text im Hinterkopf hatten. Ich habe mich selbst beobachtet, dass man anfangen möchte die Lieder mitzusingen, jedoch wurde man dann schnell eines Besseren belehrt. Das Bühnenbild, welches in Füssen recht dunkel gehalten wurde, war in dieser Inszenierung farbenfroher und damit freundlicher. Ich habe absolut keine Probleme mit dieser Inszenierung und werde diese auch noch an 2 weiteren Terminen besuchen können. Die neue Ludwig-CD, welche man als einzigen Fan-Artikel kaufen konnte, läuft seit dem Wochenende bei mir ununterbrochen. Werbung für das Musical wird auch von der Stadt Kempten gemacht. Davon konnten wir uns bei einer Stadtführung am Samstag überzeugen. Die Kollegin hatte Flyer dabei und hätte sie auch verteilen können. Selbst in Cafés haben wir auf den Tischen neben den Speisekarten die Flyer zum Musical entdeckt. Über die Premiere wurde bereits in Presse, Funk und Fernsehen berichtet. Auch die Kritik fiel positiv aus, so dass wir uns auf einen schönen Musicalsommer mit Ludwig 2. freuen können.
An der Stelle beende ich meinen Bericht und sage:
Danke an das komplette Team für diese wundervolle Premiere! Danke an die Kollegen der Technik, des Tones, sowie auf, vor und hinter und wahrscheinlich auch unter der Bühne! Danke an die Produzenten Darlene und Gerd Fischer, dass sie den Mut hatten uns den König ein 2. Mal zu schenken. Von nun an heißt der Slogan: